Luft, Erde oder Wasser?
Alle Wärmepumpen funktionieren nach demselben Prinzip — der Unterschied liegt in der Wärmequelle. Das bestimmt Effizienz, Kosten und Eignung.
Was bedeutet SCOP?
Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) ist die wichtigste Kennzahl — er gibt an, wie viel Wärme eine Pumpe pro eingesetzter Kilowattstunde Strom liefert, gemessen über ein ganzes Jahr. Ein SCOP von 4,0 bedeutet: 1 kWh Strom → 4 kWh Wärme.
FBH = Fußbodenheizung (Niedertemperatur). Im Altbau mit Radiatoren sinkt SCOP deutlich. Quelle: Wärmepumpe Austria · TGA.at · Herstellerangaben 2025.
Wärmepumpe + PV = maximale Unabhängigkeit
Eine Wärmepumpe verbraucht im Schnitt 3.000–5.000 kWh Strom/Jahr. Eine 10 kWp PV-Anlage produziert ~10.500 kWh/Jahr. Im Sommer kann die Wärmepumpe für Warmwasser praktisch kostenlos betrieben werden. Mit Batteriespeicher auch die Heizung tagsüber. Das Ergebnis: Betriebskosten für Wärme nahe null an vielen Tagen im Jahr — und volle Unabhängigkeit von Energiepreisschwankungen. In der Praxis deckt PV 30–50% des WP-Strombedarfs direkt ab.
Alte Radiatoren brauchen 60–75°C Vorlauftemperatur. Eine Luftwärmepumpe bei diesen Temperaturen hat einen SCOP von 1,5–2,5 — wirtschaftlich kaum besser als Direktstrom. Lösung 1: Sanierung + Fußbodenheizung nachrüsten (kostenintensiv). Lösung 2: Hochtemperatur-Wärmepumpe (bis 75°C, teurer). Lösung 3: Erst Gebäude dämmen, dann Wärmepumpe. Bei unrenovierten Bestandsgebäuden kann eine Pelletheizung die bessere Zwischenlösung sein.