Die Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Luft, Erde oder Grundwasser) Wärme und pumpt diese auf ein nutzbares Temperaturniveau. Das Prinzip ist wie ein Kühlschrank — nur umgekehrt. Für jede eingesetzte Kilowattstunde Strom liefert eine gute Wärmepumpe 3–5 kWh Wärme (COP/SCOP).
Luftwärmepumpen (84% Marktanteil) sind am günstigsten zu installieren, funktionieren auch bei −15°C, werden aber bei Kälte ineffizienter. Erdwärmepumpen (14% Marktanteil) nutzen die konstante Bodentemperatur und sind effizienter, aber teurer in der Installation (Tiefenbohrung). Grundwasserwärmepumpen erreichen die höchste Effizienz, sind aber standortabhängig.
Wichtig: Im Altbau mit Radiatoren braucht die Wärmepumpe hohe Vorlauftemperaturen (55–70°C) → schlechter Wirkungsgrad. In Neubauten mit Fußbodenheizung (35–45°C) funktioniert sie ideal. Kombination mit PV-Anlage macht sie besonders wirtschaftlich.
Fernwärme liefert zentral erzeugte Wärme über ein Rohrnetz direkt ins Haus. In Wien stammt ein wachsender Anteil aus Kraft-Wärme-Kopplung, Industrieabwärme und Geothermie. Der größte Vorteil: keine eigene Heizanlage nötig, kein Wartungsaufwand, kein Schornstein.
Kritisch zu sehen: Die Abhängigkeit vom lokalen Anbieter. Fernwärmepreise sind weniger transparent als Energiemärkte — in Wien stiegen sie zuletzt stark an. Wo kein Anschluss möglich ist, scheidet Fernwärme aus.
Der Trend in Wien: 62% der Wiener Neubauten werden mit Fernwärme ausgestattet. Wien Energie investiert in die Transformation hin zu erneuerbarer Fernwärme (Geothermie, Großwärmepumpen).
Pellets sind gepresste Holzreste — ein Abfallprodukt der Säge- und Holzindustrie. Sie verbrennen nahezu CO₂-neutral (Kreislaufprinzip) und sind steuerbar — anders als Wärmepumpe oder PV. Das macht sie ideal als Ergänzung oder für schlecht gedämmte Altbauten.
2024 war ein Rekordjahr: 31.167 Pellets- und Hackgutkessel verkauft. Der Vorteil gegenüber Wärmepumpe: Auch bei sehr niedrigen Außentemperaturen volle Leistung, hohe Vorlauftemperaturen möglich → funktioniert in Altbauten mit Radiatoren.
Einschränkung: Pelletslager nötig (mindestens 6–10 m³ für Einfamilienhaus), Asche entsorgen, Lieferkette abhängig von regionaler Verfügbarkeit. Feinstaub bei alten Anlagen — moderne Kessel unter Grenzwerten.
Erdgas war jahrzehntelang der Favorit — günstige Anschaffung, einfache Installation, hohe Vorlauftemperaturen. Der Energieschock 2022 hat das Bild grundlegend verändert. Im Neubau ist Gas von 17% (2022) auf 5% (2024) abgestürzt.
Die ehrliche Einschätzung: Eine neue Gasheizung 2026 einzubauen bedeutet, auf eine Technologie zu setzen die langfristig aussteigt. CO₂-Abgaben steigen jährlich, eine Ausstiegspflicht für alte Heizungen kommt schrittweise. Wer heute für 20 Jahre plant, sollte das einrechnen.
Für Bestandsgebäude mit bestehender Gasanlage und kurzfristigem Investitionshorizont kann eine Wartung oder Modernisierung (Brennwerttherme) sinnvoller sein als sofortiger Ersatz — besonders wenn Sanierung geplant ist.
Biomethan und Wasserstoff könnten bestehende Gasinfrastruktur klimaneutral nutzen. Österreich hat bis zu 58 TWh Potenzial für grüne Gase — bei einem Jahresbedarf von ~80 TWh. Das Erneuerbares-Gas-Gesetz (EGG) zielt auf 7,5 TWh Biomethan bis 2030. Der harte Faktencheck: 2024 waren erst 0,2% des Gasnetzes grünes Gas. Bis genug Grünes Gas verfügbar ist, zahlt man die vollen CO₂-Kosten von fossilem Erdgas. Grünes Gas ist eine Hoffnung für die Industrie und Spitzenlast — als Massenheizung für 1 Mio. Haushalte ist es auf Jahrzehnte nicht realistisch verfügbar. Bestehende Gasgeräte sind „green-gas-ready" — der Brennstoff fehlt, nicht die Technik.
Solarthermie wandelt Sonnenlicht direkt in Wärme um — anders als PV, die Strom erzeugt. Die Kollektoren auf dem Dach erwärmen eine Flüssigkeit, die im Speicher Energie für Warmwasser und Heizungsunterstützung speichert. Als alleiniges Heizsystem ungeeignet — als Ergänzung sehr sinnvoll.
In Kombination mit einer Pelletheizung oder Wärmepumpe kann Solarthermie im Sommer den Hauptenergiebedarf für Warmwasser decken und das Hauptheizsystem entlasten. Amortisation 8–15 Jahre, besonders attraktiv mit Sanierungsbonus-Förderung.
Alle Systeme auf einen Blick
| System | Anschaffung | Betrieb ct/kWh | CO₂ | Förderung | Altbau | Städtisch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ⚡ Wärmepumpe Luft | 12–18 T€ | 3–5 ct | ~0 g | bis 30% | ⚠️ Sanierung | ✅ Ja |
| 🌍 Wärmepumpe Erde | 18–25 T€ | 2–4 ct | ~0 g | bis 30% | ⚠️ Sanierung | ⚠️ Platz |
| 🏙️ Fernwärme | 3–8 T€ | 10–14 ct | variabel | ✅ Ja | ✅ Ja | ✅ Ja |
| 🪵 Pellets | 12–20 T€ | 5–8 ct | ~25 g | bis 30% | ✅ Ja | ⚠️ Lager |
| 🔵 Erdgas | 9–15 T€ | 8–12 ct | ~200 g | ❌ Keine | ✅ Ja | ✅ Ja |
| 🌿 Grünes Gas | 9–15 T€ | 10–15 ct | ~25 g | ❌ Keine | ✅ Ja | ✅ Ja |
| ☀️ Solarthermie | 4–12 T€ | ~0 ct | ~0 g | Ja | ⚠️ Ergänzung | ⚠️ Dach |
Quellen: Exploreal Gebäudereport 2025 · Wärmepumpe Austria 2025 · energie-und-wohnen.at · BMK · statistik.at · Stand Mai 2026. Betriebskosten inkl. CO₂-Abgabe 2026. Anschaffung Einfamilienhaus.